Ihre Lippe kribbelt, brennt, juckt, Sie sehen aber nichts, was auf eine Herpesinfektion hindeuten könnte? Wahrscheinlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Haut rötet und die ersten nässenden, mit Millionen von Herpesviren gefüllten Bläschen bilden, denn das Kribbeln, Brennen und Jucken ist ein Zeichen dafür, dass sich die unerwünschten Viren in Ihrer Lippe gerade vermehren. Ist die Virenvermehrung erst einmal so weit vorangeschritten, dass die Zellen dem Druck der etlichen Herpesviren nicht mehr standhalten können, platzen diese quasi. Dies dauert in der Regel ein bis zwei Tage. Es bilden sich anschließend die typischen Herpesbläschen, welche dann ebenfalls platzen und ihre Virenfüllung preisgeben. Über dem aufgeplatzten, entleerten Bläschen bildet sich guter Letzt eine schorfartige Kruste. Erst wenn der gesamte Herpes mit dieser Kruste bedeckt ist, besteht keine Ansteckungsgefahr mehr. Die Kruste sind Sie übrigens nach ungefähr zehn Tagen los.
Auch wenn der Lippenherpes unschön aussieht und die Betroffenen psychisch meist stark belastet (die Lippe kann man ja nur schwer vor der Außenwelt verbergen), ist er in seinem Ausmaß nicht vergleichbar mit dem Genitalherpes. Wer unter dieser Herpesform leidet, hat sehr zu kämpfen. Bläschen treten hier gruppenweise im Genitalbereich, teilweise auch in der Scheide, auf, platzen und geben eine Flüssigkeit ab, die zur Entstehung von schmerzhaften Geschwüren führt. Diese Geschwüre fließen oft zusammen, bilden also noch größere, schmerzhaftere Geschwüre, über welchen sich ein gelblicher Belag bildet. Eine Genitalherpeserkrankung bringt in vielen Fällen außerdem ein Anschwellen der Lymphknoten und Fieber mit sich. Leiden Sie unter Brennen, Kribbeln oder Jucken im Genitalbereich, brennenden Schmerzen beim Urinieren oder gelblichem Ausfluss, sollten Sie sie umgehend einen Arzt aufsuchen, um eine mögliche Genitalherpeserkrankung frühzeitig erkennen und behandeln zu können.