Bei einem Lippenherpes siedeln sich die Herpesvieren im sogenannten Trigeminusknoten, einem Nervenknoten nahe der Schläfe an, und verweilen dort solange bis die Viren aktiviert werden. Nach einer Aktivierung vermehren sich die Herpesviren rasant, es kommt zur Entstehung von Millionen von Viren und damit zum Ausbruch des Lippenherpes. Wie kommen die Herpesviren aber zum Trigeminusknoten? Meist wird man schon in Kindesalter mit dem Herpes Simplex-Virus infiziert. Bei einer solchen Infizierung dringen die genannten Viren in kleinste Haut- oder Schleimhautrisse ein und wandern, im Falle des Lippenherpes, von der Oberhaut des Mundbereiches über die Nervenbahnen zu dem bereits erwähnten Nervenknoten nahe der Schläfe. Dieser Nervenknoten dient den Herpesviren teilweise über Jahre hinweg als Herberge, bevor die Viren, zum Beispiel durch übermäßige UV-Belastung, hormonelle Schwankungen, beispielsweise während einer Schwangerschaft oder während der Menstruation, durch fiebrige Infekte oder Stress, aktiviert werden und die eigentliche Herpeserkrankung ausbricht. Die Hauptursache für das Ausbrechen der Lippenherpeserkrankung ist jedoch ein geschwächtes Immunsystem. Übertragen wird der Lippenherpes übrigens durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion oder durch direkten Hautkontakt. Wer also einen von Herpesviren Infizierten küsst, den gleichen Lippenstift wie dieser benutzt oder aus dem gleichen Glas trinkt, geht ein hohes Risiko ein, sich selbst lebenslänglich mit dem Herpesvirus zu infizieren.

Bei einer Herpeserkrankung im Genitalbereich, man spricht hier von Herpes genitalis, wird das Virus durch vaginalen oder oralen Sex übertragen. Sie irren, sollten Sie davon ausgehen, dass die Infizierung mit dem Genitalherpesvirus eine Seltenheit darstellt. Experten gehen davon aus, dass jeder fünfte Deutsche, der das Alter von zwölf Jahren überschritten hat, mit diesem Virus infiziert ist. Hat man keine Herpesbläschen im Genitalbereich, bedeutet das keineswegs, dass man nicht infiziert ist und keine Genitalherpesviren übertragen kann, denn auch durch den Austausch von Genitalsekreten kann, ohne dass sich sichtbare Bläschen zu sehen sind, Herpes übertragen werden. Frauen sollten allein schon aus diesem Grund regelmäßig einen Gynäkologen aufsuchen, um eine Ansteckungsgefahr ihrer Sexualpartner durch einen Genitalherpes, welcher möglicherweise einfach keine Symptome aufweist aber dennoch vorhanden ist, zu vermeiden. Die Hauptursache für den Ausbruch des Genitalherpes stellt, genau wie beim Lippenherpes, ein geschwächtes Immunsystem dar. Vermeiden Sie also Stress, sorgen Sie für ausreichend Bewegung und eine ausgewogene, vitamin- und nährstoffreiche Ernährung.

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