Ist das störende Ding einmal aufgeblüht, neigen die meisten Betroffenen zu immensen Überreaktionen: Es wird gedrückt und gequetscht, was das Zeug hält, Blut oder die typische durchsichtige Flüssigkeit treten aus, die Haut reagiert gereizt und wird rot – aber weitergedrückt wird trotzdem.
Der Frust, welcher Menschen mit Hautproblemen zu solch grausamen Selbstverstümmelungen treibt, ist verständlich und leicht nachzuvollziehen. Man will abends um die Häuser ziehen, ein gutes Bild abgeben, möglichst makellos strahlen und dann entdeckt man sie, die roten Stellen im eigenen Gesicht, die weißen Eiterpickel, die auffällig schwarzen Mitesser. Das ist ein typisches Beispiel, denn wie heißt es doch so schön? Ein Pickel ziert unsere Haut gerade dann, wenn wir ihn am wenigsten brauchen können. Nun gibt es aber eine klare Regel: Pickel und Mitesser sollten nicht ausgedrückt werden, da dieses Verhalten das Pickelproblem nicht löst, sondern es ganz im Gegenteil noch verschlimmert. Bakterienherde, die bereits im sogenannten Pfropfen eingelagert sind, werden durch das vermeidliche Ausdrücken noch tiefer in die Haut gedrückt, im schlimmsten Fall so tief, dass weitaus schlimmere Entzündungen entstehen, sich tief sitzende Eiterpfropfen oder sogar Abszesse bilden, die häufig hässliche Aknenarben hinterlassen.
Es müssen aber nicht die bereits im Pickel vorhandenen Bakterien sein, die durch das Drücken tiefer unter die Haut gelangen, auch neue, an den Fingern haftende Bakterien können durch das Ausdrücken mit bloßen Fingern in die Haut eingeschleust werden. Handelt der von Pickeln und Mitessern Befallene also grob fahrlässig, büßt er dies sein Leben lang – Narben sind erfahrungsgemäß nur sehr schwer wieder wegzubekommen. Was ist also zu tun, wenn der von Hautärzten empfohlene Gang zum Kosmetikstudio zu zeitaufwendig ist, wenn es einfach schnell gehen muss? Zunächst gilt es strikt auf die Hygiene zu achten, Pickel nicht mit bloßen Fingern auszudrücken, sondern ein Kosmetik- oder Taschentuch zu Hilfe zu nehmen. Noch besser als unsere mit einem sauberen Tuch abgedeckte Finger sind sogenannte Komedonenquetscher. Es handelt sich hierbei um eine Art kosmetisches Werkzeug, ein Hilfsmittel, welches auch in professionellen Kosmetikstudios verwendet wird.
Wenn Sie mehr über den Komedonenquetscher erfahren wollen, lesen Sie hier. Neben der strikten Hygiene ist auch ein Vorbereiten der Haut auf die anstehende Pickelentfernung von großer Wichtigkeit. Öffnen Sie die Poren Ihrer Haut, indem Sie ein Gesichtsdampfbad machen (Schüssel mit heißem Wasser füllen, Gesicht darüber halten und ein Handtuch über den Kopf legen, damit die heiße Luft nicht gleich verfliegt, sondern auf Ihre Haut wirken kann), oder tränken Sie ein Tuch in heißem Wasser und legen Sie es für 10 bis 15 Minuten auf Ihr Gesicht, auch diese Methode, die Methode der feuchtwarmen Kompressen, welche auch von Kosmetikerinnen angewandt wird, hat die gleiche Wirkung: Die Poren Ihrer Haut öffnen sich, Pickel lassen sich leichter, schneller und schmerzfreier ausdrücken. Im Anschluss an die Vorbehandlung Ihres Gesichts durch Wärmezufuhr, desinfizieren Sie den Pickel oder Mitesser gründlich. Haben Sie nun keinen Komedonenquetscher zur Hand, umwickeln Sie Ihre Finger also mit einem Kosmetik- oder Taschentuch und beginnen Sie den Pickel oder Mitesser mit leichtem Druck rauszudrücken.
Wichtig ist dabei vor allem, möglichst sanft vorzugehen – kommt der Pickel nicht raus, ist er noch nicht reif genug, dann gilt es die Ruhe zu behalten, den nächsten Tag abzuwarten und sich bis dahin mit Abdeckstift zu behelfen. Ist die Behandlung de störenden Pickels oder Mitessers vollzogen, desinfizieren Sie die Stelle erneut, um das Entzündungsrisiko zu minimieren. Grundsätzlich ist gegen eine Selbstbehandlung nach den aufgezählten Regeln nichts einzuwenden, Experten raten dennoch immer wieder zum Besuch einer ausgebildeten Kosmetikerin, selbst bei kleinen Mitessern. Vor allem wenn Sie häufig von Pickeln und Mitessern betroffen sind, sollten Sie dringend Expertenrat einholen.